Musikalisches Feuerwerk: Landespolizeiorchester gratuliert zum 30. Jubiläum
Ein ganz besonderer Höhepunkt markierte das vergangene Jubiläumsjahr 2025 der Michelbacher Musikschule e. V.:
zum 30-jährigen Bestehen gelang es dem Verein, das renommierte Landespolizeiorchester Baden-Württemberg
für ein festliches Benefiz-Konzert zu gewinnen.
Da die Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum im Jahr 2020 ausfallen mussten, setzten die Verantwortlichen für das 30-jährige Bestehen auf ein außergewöhnliches Erlebnis. Mehr als 40 Profimusiker verwandelten den Abend in ein „musikalisches Feuerwerk“, dass die Gäste nachhaltig beeindruckte.
Das enorme ehrenamtliche Engagement der Vorstandschaft machte diesen Auftritt erst möglich. Für alle Beteiligten – von den Musikschülern bis hin zu den geladenen Gästen – blieb das Konzert als unvergesslicher Moment in Erinnerung, der den hohen Stellenwert der musikalischen Ausbildung in der Region eindrucksvoll unterstrich.
Das Landespolizeiorchester brillierte beim Benefizkonzert im ausverkauften Kulturhaus Wallhausen.
In wenigen Wochen einstudiert, präsentierte das Orchester ein Programm, das von sinfonischen Sätzen bis zu Weihnachtsliedern reichte und von festlicher Stimmung geprägt war.
Das einzige Berufsblasorchester im Land ist schon instrumental außergewöhnlich gut besetzt und kann sich zu Recht als „Band of the Länd“ bezeichnen, wie Dirigent Professor Stefan Halder einfließen ließ. Und die Vielfalt der Instrumentengruppen war schon beim Auftaktstück, der „Festive Overture“ von Dmitri Schostakovich, ein Ohrenschmaus und eine echte Herausforderung für das Orchester. Fanfarenstöße, schnelle Läufe der Klarinetten, variantenreiche Tempi, forcierend und wieder retardierend, wechselten sich ab – spannend und aufregend wie ein Festtag, zu dem die Ouverture auch einst komponiert wurde.
Die enge, umschlungene Verbindung von Holz- und Blechbläsern kennzeichnete die Sinfonie
Nr. 9 E-Moll „Aus der neuen Welt“. Man konnte Sehnsucht und Wehmut, aber auch Aufbruchsstimmung
heraushören, besonders im Largo. Kühn und elegant wirkte hier die Melodieführung, dazwischen immer mit Einwürfen von Oboen, Fagotten oder dumpfen Trommelschlägen kontrastierend. Dirigent Halder wusste wohl, was er seinem Publikum zumuten konnte, zumal in der Adventszeit, und nun folgten mit „Winter Wonderländ“ und „Hört der Engel große Freud‘“ zwei jahreszeitlich passende Stücke.
Mit viel Schmelz wurde das erste, mit kräftiger Unterstützung der Tiefbässe das zweite gespielt. Dazwischen plauderte Dirigent Halder auch aus dem Nähkästchen, was im Publikum gut ankam. Zuerst über die Musiker, die im Auftrag, aber nicht im Dienst der Landespolizei stehen, die 40 Berufsmusiker kommen aus 16 Staaten. Bis zu 120 Auftritte hat das Orchester jährlich und – das war an die Adresse des anwesenden Polizei-Oberrats gerichtet – eines der Ziele dabei ist, gerade durch Benefizkonzerte auch Kinder für Musik zu begeistern und sie zu integrieren. Sagt es und hebt zwei Newcomerinnen im Orchester heraus, die gerade ihr Probehalbjahr vor beziehungsweise hinter sich haben.
ber auch Kamol Kiamoff an der Klarinette wäre hervorzuheben, der vor und nach der Pause als Solist ebenso überzeugte wie Saxofonist Fabio Kronmüller aus Schwäbisch Hall.
Ganz für sich gewonnen hat Halder die Besucher, als er zuerst das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“
anstimmen ließ, auf das dann die sehr stimmungsvolle Weihnachtsouvertüre von Otto Nicolai und nochmals das Publikum mit andächtigem Gesang folgte. „Schöne ruhige elf Minuten“ versprach Halder dann bei Humperdincks „Abendsegen und Pantomime“. In immer neuen Bögen wurde das Thema bis zum Finale entfaltet.
Die guten Wünsche zum Fest, auch die für die Kollegen im Dienst, wie Halder betonte, wurden musikalisch mit „We Wish You A Merry Christmas“ umgesetzt und jazzig-schmissig untermalt, besonders von Toni Toth am Saxophon und Timo Kächele als Posaunist. Dabei durfte sogar Marco aus dem Publikum mitdirigieren.
Dass nach diesem musikalischen Feuerwerk noch zwei Zugaben erklatscht wurden, war fast zu erwarten. Mit großem Dank an die Beteiligten und stehenden Ovationen für die Musiker endete der Konzertabend, im Foyer bewirtete anschließend noch das Team der Vorstandschaft der Musikschule Michelbach weiter.
Für Manuela Flurer-Wiedmann als Leiterin der Musikschule Michelbach/Lücke seit 25 Jahren war es auch eine Bestätigung ihrer engagierten und uneigennützigen ehrenamtlichen Arbeit. Bürgermeister Andreas Frickinger als Schirmherr der Veranstaltung wird es gerne sehen, dass der Erlös des Benefizkonzertes für die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde gut angelegt ist.